2. Teeernte



(C) Kyoto Seika Universität, Institut für Manga-Studien
Chie Yamada, Yui Miura, Patricia Markley
Inhalt
1. Auf zu MaikoTee
2. Teeernte
3. Teeverarbeitung
4. Teesorten
5. Teezubereitung
6. Tee und Gesundheit



Die Teeernte
Zwei Arten von Teefeldern : Roten-en und Ooishita-en
1. Roten-en (Sonnenfeld/ offenes Feld)

Auf Roten-en oder Sonnenfeldern erhalten die Teepflanzen die gesamte natürliche Sonneneinstrahlung. Ihre Blätter werden in der Regel zu Sencha verarbeitet. In der Präfektur Kyoto gibt es Roten-en vor allem in Wazuka und Minamiyamashiro; im gesamten Land ist es die verbreitetste Feldart.

Wegen der hohen Sonneneinstrahlung ist Tee von offenen Feldern etwas herber und hat einen erfrischenden Geschmack.

Viel Sonne: herber Geschmack
2. Ooishita-en (Schattenfeld/ bedecktes Feld)

Die Ooishita-en werden wenige Wochen vor der Ernte, etwa ab Mitte April, bedeckt und erhalten dadurch weniger Sonnenlicht. Auf diesen Feldern wachsen die Teepflanzen, aus denen Gyokuro und Tencha (für Matcha) hergestellt werden. Bedeckte Felder finden Sie vor allem in der Nähe unseres MaikoTee-Hauptsitzes, in der Umgebung der Städte Uji und Kyotanabe. Im gesamten Land sind sie dagegen nur wenig verbreitet.

Vor direkter Sonneneinstrahlung geschützter Tee schmeckt weniger herb und zeichnet sich durch eine größere Milde aus.

Wenig Sonne: wenig herb, milder Geschmack

Welche Blätter werden gepflückt?

Bei genauem Hinsehen werden Sie bemerken, dass es zwei verschiedene Arten von Teeblättern gibt: die härteren Blätter vom vergangenen Jahr und die weicheren, neuen Triebe, die geerntet werden.

Heutzutage haben Maschinen in den meisten Gegenden von Japan die manuelle Ernte ersetzt. Viele Teeplantagen im südlichen Teil der Präfektur Kyoto, die für die Produktion des edelsten Tees Japans bekannt ist, bevorzugen jedoch bis heute die Pflückung von Hand. Nur so kann jedes Blatt sorgfältig einzeln ausgewählt und die authentische Qualität des grünen Tees bewahrt werden.

1. Niyouzumi (Isshinniyou)
Zweiblättrige Pflückung: das oberste Blatt und die beiden frischen Blätter direkt darunter werden für den höchsten Grad von Gyokuro und Sencha gepflückt.

2.Sanyouzumi (Isshinsanyou)
Dreiblättrige Pflückung: das oberste Blatt und die drei Blätter darunter werden für erstklassigen Tee (Gyokuro und Sencha) geerntet.

3.gewöhnliche Pflückung
Das oberste Blatt der Teepflanze und die vier bis fünf Blätter darunter werden für Standardtee gepflückt.
Teeernte nur einmal im Jahr?
In der Regel wird zwei- bis dreimal im Jahr Tee gepflückt, da neue Triebe sprießen, nachdem die Pflanzen abgeerntet wurden. Auf den meisten Teeplantagen im Süden der Präfektur Kyoto wird jedoch nur einmal im Jahr geerntet.

Generell gelten folgende Zeiten für die Teepflückung:
Erste Pflückung (Osterernte) (Shincha): Ende April bis Ende Mai
Zweite Pflückung (Frühlingsernte): Ende Juni bis Anfang Juli
Dritte Pflückung (Sommerernte): Mitte Juli bis Ende August

Teeernte in Kyotanabe, Japans führendender Gyokuro-Region

In Kyotanabe, der Heimatstadt des edelsten Gyokuros von Japan, wird der Tee bis heute auf die traditionelle Weise von Hand gepflückt und jedes Blatt sorgfältig einzeln ausgewählt.

Aus einem Kilo frisch gepflückter Teeblätter entstehen lediglich 150 g Gyokuru. Auch die erfahrensten Teepflückerinnen können höchstens 10 kg frische Blätter pro Tag ernten, die ungefähr 1,5 kg erstklassigen Tee ergeben. Die manuelle Pflückung ist also äußerst zeitaufwändig und mühsam, weswegen nur besonders erlesene Tees aus solchen Blättern hergestellt werden.